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Technischer RatgeberEinträger- oder Zweiträgerkran?
Die Unterschiede zwischen Einträger- und Zweiträger-Laufkran: Tragfähigkeit, Spannweite, Hubhöhe, Hakenanfahrmaß, Kosten und Wartung.
Woher der Unterschied zwischen den beiden Typen kommt
Beim Laufkran bewegt sich die Brücke längs auf Kranbahnen an beiden Hallenseiten; die Laufkatze bewegt sich quer auf der Brücke. Die Unterscheidung Einträger/Zweiträger betrifft, wo die Laufkatze fährt.
Beim Einträgerkran gibt es einen Hauptträger, und die Laufkatze hängt am Untergurt. Beim Zweiträgerkran gibt es zwei Hauptträger, und die Laufkatze fährt auf ihnen.
Dieser einfache Unterschied bestimmt den gesamten Charakter des Krans: sein Gewicht, die tragbare Last, wie hoch der Haken kommt und was sich zusätzlich anbauen lässt.
Hubhöhe: oft das eigentliche Entscheidungskriterium
Beim Einträger kann der Haken wegen der unten hängenden Laufkatze nicht über die Unterkante des Trägers hinaus. Beim Zweiträger steht die Laufkatze auf den Trägern; der Haken lässt sich zwischen ihnen hindurch deutlich weiter hochziehen.
In der Praxis bedeutet das bei gleicher Gebäudehöhe mit einem Zweiträgerkran mehr Hubhöhe. In Hallen mit begrenzter Deckenhöhe, die dennoch lange Teile heben müssen, fällt die Entscheidung meist hier.
Wann welcher Typ richtig ist
Die folgende Tabelle ist keine feste Regel, sondern ein Ausgangspunkt. Bei Grenzfällen entscheidet die Berechnung.
| Kriterium | Einträger | Zweiträger |
|---|---|---|
| Typische Tragfähigkeit | Niedrig bis mittel | Mittel bis hoch |
| Spannweite | Wirtschaftlich bei mittleren Spannweiten | Vorteilhaft bei großen Spannweiten |
| Hubhöhe | Durch Trägerunterkante begrenzt | Deutlich mehr |
| Krangewicht | Leicht — niedrige Radlast | Schwer — hohe Radlast |
| Wartungsbühne | Meist nicht geeignet | Nachrüstbar |
| Hilfshaken | Nicht praktikabel | Standardoption |
| Kranführerkabine | Nicht geeignet | Nachrüstbar |
| Erstinvestition | Wirtschaftlicher | Höher |
| Anpassung an Bestandsgebäude | Einfach | Gebäudestatik muss geprüft werden |
Die Werte sind typische Tendenzen; die endgültige Wahl erfolgt durch gemeinsame Berechnung von Spannweite, Hubhöhe und Triebwerksgruppe.
Der Kostenunterschied ist nicht nur der Kranpreis
Ein Zweiträgerkran ist schwerer; seine Radlasten sind höher. Das bedeutet, dass auch Kranbahn und Gebäudetragwerk stärker ausgelegt sein müssen. Bei Nachrüstung in ein bestehendes Gebäude kann der Wechsel zum Zweiträger zusätzliche Verstärkungskosten auslösen.
Umgekehrt ist es auch nicht günstig, den Einträger bis an die Grenze zu forcieren: ein unter seiner Gruppe betriebener Kran fällt häufig aus, und die Stillstandskosten übersteigen den Kranpreis schnell.
Fachbegriffe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Hauptträger | Der lasttragende Träger der Brücke. Beim Einträger einer, beim Zweiträger zwei. |
| Kopfträger | Der Träger an den Enden des Hauptträgers, der Laufräder und Fahrwerksgetriebe trägt und die Bewegung des Krans auf der Bahn ermöglicht. |
| Laufkatze | Die Einheit, die das Hubwerk trägt und sich quer auf der Brücke bewegt. |
| Hilfshaken | Ein zweites, geringer belastbares Hubwerk neben dem Haupthaken, für leichte, schnelle Arbeiten. |
| Untergurt | Der untere Flansch eines I- oder H-Profils. Beim Einträgerkran laufen hier die Laufkatzenräder. |
Häufig gestellte Fragen
Kann ich einen Einträgerkran später zum Zweiträger umbauen?
In der Praxis ist das kein Umbau, sondern ein neuer Kran. Brücke, Kopfträger und Laufkatze werden komplett ersetzt; Kranbahn und Gebäudelasten müssen neu berechnet werden. Ist eine spätere Kapazitätserhöhung absehbar, ist der Start mit Zweiträger fast immer wirtschaftlicher.
Warum ist der Zweiträger bei gleicher Tragfähigkeit teurer?
Er benötigt mehr Stahl, zwei Hauptträger, einen größeren Kopfträger und ein stärkeres Fahrwerk. Zudem stellt sein Gewicht höhere Anforderungen an Kranbahn und Gebäude.
Was tun bei niedriger Deckenhöhe?
Es gibt zwei Wege: mit dem Zweiträger den Haken höher bringen oder eine spezielle Niederflur-Laufkatze (Hängekran-Bauart) einsetzen. Was passt, entscheidet sich durch Messung der vorhandenen Stützenhöhe und der Länge des zu hebenden Teils.
