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Technischer RatgeberKranführer-Schulung und Sicherheit am Kran
Was ein Kranführer wissen muss: tägliche Kontrollen, Anschlagen der Last, Verständigung, verbotene Verhaltensweisen und Notfälle.
Kontrolle zu Schichtbeginn
Die Kontrollen, die ein Bediener zu Beginn jeder Schicht durchführen muss, sind kurz und benötigen kein Werkzeug: funktioniert der Not-Aus, laufen die Bewegungen in die richtige Richtung, hält die Bremse im lastfreien Test, gibt es sichtbare Schäden an Seil oder Kette, sind Haken und Sicherheitsklappe intakt, gibt es ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen.
Wird ein Problem festgestellt, wird der Kran nicht genutzt und der Zustand dokumentiert. "Heute geht's noch" ist der Satz, der in Unfallberichten am häufigsten vorkommt.
Anschlagen der Last
Anschlagen ist eine eigene, vom Kranbedienen getrennte Qualifikation. Gewicht und Schwerpunkt der Last müssen bekannt sein; Anschlagmitteltyp und -tragfähigkeit müssen zur Last passen; der Anschlagwinkel muss geprüft werden. Mit wachsendem Winkel steigt die Kraft im Anschlagmittel schnell an.
An scharfen Kanten werden Kantenschutzelemente verwendet. Bei langen oder unausgewogenen Lasten wird eine Traverse bevorzugt. Vor dem Heben wird die Last wenige Zentimeter angehoben und die Balance geprüft.
Verbotene Verhaltensweisen
Notfall
Bleibt der Kran mit hängender Last stehen, ist die erste Aufgabe, den Bereich zu räumen und dafür zu sorgen, dass niemand darunter tritt. Bevor die Last gesenkt wird, muss die Ursache verstanden sein; blindes erneutes Versuchen kann die Lage verschlimmern.
Bei Stromausfall hält die Bremse die Last — das ist beabsichtigtes Verhalten. Muss die Last gesenkt werden, geschieht das durch befähigte Personen nach der vom Hersteller vorgesehenen Methode.
Jeder Vorfall, so klein er scheint, sollte dokumentiert werden. Wiederkehrende kleine Vorfälle sind Vorboten eines größeren Unfalls.
Vergleichstabelle
| Verbotenes Verhalten | Grund |
|---|---|
| Last über Personen führen | Kein Eingreifen bei Fall oder Pendeln möglich |
| Unter schwebender Last stehen | Das häufigste tödliche Unfallszenario |
| Last schräg ziehen | Seil läuft ungleichmäßig auf die Trommel, Last schwingt |
| Last schleifen | Kran ist nicht für horizontales Ziehen ausgelegt |
| Mit der Sicherung als Betriebsanschlag stoppen | Endschalter ist Sicherheits-, kein Betriebselement |
| Tragfähigkeit überschreiten | Überschreitet die Grenzen von Konstruktion und Bremse |
| Sicherheitselement außer Betrieb setzen | Sowohl gefährlich als auch vorschriftswidrig |
| Blind arbeiten, außer Sichtweite der Last | Nie ohne Einweiser arbeiten |
Fachbegriffe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Anschläger | Die befähigte Person, die die Last am Hebezeug befestigt. |
| Anschlagwinkel | Der Winkel, den Anschlagmittel zur Senkrechten bilden; mit wachsendem Winkel steigt die Kraft im Anschlagmittel. |
| Einweiser | Personal, das den Bediener in nicht einsehbaren Bereichen anleitet. |
| Sicherheitsklappe | Die federnde Zunge, die verhindert, dass das Anschlagmittel vom Haken rutscht. |
| Probehub | Das Anheben der Last um wenige Zentimeter zur Prüfung der Balance. |
Häufig gestellte Fragen
Ist ein Bedienerschein erforderlich?
In den meisten Ländern ist der Betreiber verpflichtet, Beschäftigte im Umgang mit dem verwendeten Arbeitsmittel zu befähigen und zu unterweisen. Schulung und Qualifikation sollten sowohl aus Sicherheits- als auch aus Prüfungsgründen dokumentiert werden.
Ist Funksteuerung sicherer als ein Hängetaster?
Richtig eingesetzt ja: der Bediener steht dort, von wo er die Last am besten sieht, nicht darunter. Das hebt jedoch nicht die Regel des Sicherheitsabstands auf.
Was tun, wenn die Last pendelt?
Statt das Pendeln mit einer neuen Bewegung zu bekämpfen, sollte verlangsamt und angehalten werden. Die dauerhafte Lösung ist umrichtergesteuerte Fahrt und, falls nötig, ein Anti-Pendel-System.
